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Changed Lives|Pastor's Blog
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Glaube oder Medizin? Das Missverständnis um König Asa

Gefragt von Anonym·Beantwortet von Jürgen Justus

Es gibt Verse in der Bibel, die uns im ersten Moment stutzen lassen. Einer davon ist die Geschichte von König Asa in 2. Chronik 16,12. Dort heißt es, dass Asa schwer an seinen Füßen erkrankte, aber „nicht den Herrn suchte, sondern die Ärzte“. Kurz darauf starb er. 

Liest man diesen Vers isoliert, könnte man meinen, die Bibel lehre ein Misstrauen gegenüber der Medizin oder fordere uns auf, bei Krankheit ausschließlich zu beten. Doch wer die gesamte Geschichte Asas und den biblischen Kontext betrachtet, erkennt, dass es hier um etwas viel Tieferes geht als um die Frage „Arztbesuch – Ja oder Nein?“.

Ein Herz, das müde wurde

Um Asa zu verstehen, muss man wissen, wie er anfing. Er war eigentlich ein „guter“ König. Er hatte Idole aus dem Land entfernt und Gott in großen Krisen vertraut. Doch gegen Ende seines Lebens schlich sich ein gefährliches Muster in sein Herz: Selbstvertrauen und Bitterkeit.

Bevor er krank wurde, hatte er bereits in politischen Konflikten angefangen, sich auf menschliche Bündnisse zu verlassen, statt Gott um Hilfe zu bitten. Als ein Prophet ihn darauf ansprach, reagierte Asa nicht mit Einsicht, sondern mit Zorn und ließ den Propheten einsperren. Seine Weigerung, Gott in seiner Krankheit zu suchen, war also kein einmaliges Versehen, sondern das Symptom eines Herzens, das sich innerlich bereits von Gott abgewandt hatte.

Das „Sowohl-als-auch“ der Heilung

Die Bibel ist an keiner Stelle „anti-medizinisch“. Gott wird als der Schöpfer des Lebens und der Weisheit dargestellt. Er ist die Quelle jeder Heilung, doch er nutzt oft Mittel, um diese Heilung zu bewirken. 

Ein starker Kontrast zu Asa ist König Hiskia. Als dieser todkrank war, betete er leidenschaftlich zu Gott. Gott erhörte ihn und versprach Heilung. Interessanterweise wies Gott ihn gleichzeitig an, ein medizinisches Mittel – eine Arznei aus Feigen – auf seine Wunde zu legen. Hiskia tat beides: Er suchte den Herrn als die Quelle der Heilung und er nutzte die medizinischen Möglichkeiten seiner Zeit.

Vertrauen auf das Mittel oder die Quelle?

Das Problem bei Asa war seine Exklusivität. Der Text sagt nicht, dass es falsch war, Ärzte aufzusuchen. Die Kritik liegt in dem kleinen Wort „sondern“. Er suchte die Hilfe bei Menschen anstatt bei Gott. 

Für uns heute bedeutet das:

  1. Medizin ist ein Geschenk: Ärzte, Forschung und Medikamente sind Ausdruck der „allgemeinen Gnade“ Gottes. Wenn ein Arzt uns hilft, ist Gott letztlich derjenige, der das Wissen und die biologischen Heilungsprozesse schenkt.
  2. Die Priorität des Herzens: Die Gefahr besteht darin, Gott aus der Gleichung zu streichen. Wer nur noch auf Laborwerte und Therapien starrt, macht die Medizin zu einem Götzen. 
  3. Ganzheitliches Suchen: Wir dürfen mit Vertrauen zum Arzt gehen, während wir gleichzeitig Gott bitten, den Prozess zu leiten. Gebet und Medizin sind keine Konkurrenten, sondern Partner.

Fazit

Die Geschichte von König Asa ist keine Warnung vor Ärzten, sondern eine Warnung vor einem harten, stolzen Herzen. Asa wollte keine Hilfe von Gott annehmen, weil er sich nicht mehr beugen wollte. 

Gott geht es nicht darum, dass wir auf professionelle Hilfe verzichten, sondern darum, dass wir in jeder Lebenslage – ob gesund oder krank – wissen, in wessen Hand unser Leben letztlich liegt. Wir können dankbar für jeden kompetenten Arzt sein, während unser tiefstes Vertrauen dennoch beim Schöpfer bleibt.